Willkommen in der Bauhausstadt  -   Wellcome to the Bauhaus-city   -  Bienvenue dans la ville Bauhaus

Die Dessauer Bauhausbauten

Am 4. Dezember 1926 wurde das Bauhausgebäude in Dessau eröffnet. Es gilt weltweit als Wiege der modernen Architektur und Wegbereiter des Industriedesigns.

Als Ende 1924 das Land Thüringen aus politischen Gründen die weitere Finanzierung des Staatlichen Bauhauses verweigerte, übersiedelte die Institution im Frühjahr 1925 nach Dessau. Die Entscheidung zu Gunsten der anhaltischen Residenzstadt fiel, weil Gropius hier die Möglichkeit geboten wurde, ein eigenes Schulgebäude zu errichten. Erstmals konnten die architektonischen und gestalterischen Ideen des Bauhauses als Ganzes umgesetzt werden. Was entstand, war ein Gesamtkunstwerk, das sich vollständig der Funktion unterordnete und an dem Lehrende und Studierende des Bauhauses gleichermaßen beteiligt waren.

Ähnlich verhielt es sich mit den Meisterhäusern, einer Wohnsiedlung für die Bauhausmeister, die nur wenige hundert Meter vom Bauhaus entfernt entstand. Hier wohnten und arbeiteten Künstler wie Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, Paul Klee oder Wassily Kandinsky.

Bis 1930 entstanden weitere Bauhausbauten in Dessau. So die Siedlung Törten, eine Reihenhaussiedlung nach Entwürfen von Walter Gropius, das Stahlhaus von Georg Muche und Richard Paulick, die Laubenganghäuser von Hannes Meyer, dem Nachfolger von Gropius als Bauhausdirektor, oder das Kornhaus, eine Ausflugsgaststätte von Carl Fieger an der Elbe. Dessau wandelte sich zur Bauhausstadt.

Diese Entwicklung hatte 1932 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Dessau und Anhalt ein jähes Ende. Das Bauhaus, inzwischen zur Hochschule für Gestaltung ernannt, wurde geschlossen. In einer alten Telefonfabrik in Berlin versuchte Mies van der Rohe, der dritte Bauhausdirektor, einen Neuanfang als Privatinstitut. Aber auch hier wurde das Bauhaus von den politischen Veränderungen in Deutschland rasch eingeholt. Im Juli 1933 beschlossen die Bauhausmeister die Selbstauflösung.

Die einsetzende Verfolgung und Vertreibung trug die Bauhausidee in die Welt. Wer konnte, verließ Deutschland.

Die Bauhausbauten - ideologisch nun  vom Abriss bedroht – nutzte man zuerst einmal um. Aus dem Bauhausgebäude wurde eine NSDAP-Amtswalterschule und die Meisterhäuser wurden zu Wohnungen für leitende Angestellte der Junkers-Flugzeugwerke umgebaut. Der Krieg verhinderte zwar den Abriss, doch er hinterließ auch Wunden und Verluste.

Nach dem II. Weltkrieg waren Teile des Bauhausgebäudes ausgebrannt, die Wohnhäuser von Walter Gropius und Laszlo Moholy Nagy zerstört und auch in der Siedlung Törten gab es zahlreiche Ruinen.

Während es in der unmittelbaren Nachkriegszeit zuerst um die notdürftige Sicherung zur Nutzbarmachung einzelner Gebäude ging, folgte in den 1960er Jahren eine erste Bestandsaufnahme. Mit der Rekonstruktion des Bauhausgebäudes in den Jahren 1975/76 begann ein mehrere Jahrzehnte andauernder Prozess der Sanierung und des Wiederaufbaus, vornehmlich durch die Stadt Dessau, der mit der  Eröffnung der neu errichteten Häuser Gropius und Moholy-Nagy im Mai 2014 seinen vorläufigen Abschluss fand.

Ansichtskarte Bauhaus, 1926
Ansichtskarte Meisterhaus, 1927
Ansichtskarte Siedlung Törten, 1928
Ansichtskarte Arbeitsamt, 1929
Ansichtskarte Kornhaus, 1930